Sternbild Crater

 

Das Sternbild des Bechers (lat. Crater) besteht aus eher unauffälligen Sternen der vierten Größenklasse. Während die deutsche Bezeichnung eher simpel wirkt, spiegelt der lateinische Name ein Statussymbol der Antike wieder. Ein Crater wurde aufwändig und kostspielig hergestellt, damit in ihnen der königliche Wein mit Kräutern verfeinert und mit Wasser verdünnt werden konnte.

Mythologie

Zwei Erzählungen der griechischen Mythologie sind mit dem Sternbild des Bechers verbunden. Die erste handelt von Apollon, der seinen Raben mit einem Becher zu einer Quelle schickte, um ihm Wasser zu bringen. Auf dem Weg dorthin ließ sich der Rabe jedoch von Früchten ablenken und konnte seinen Auftrag deshalb erst deutlich später erfüllen. Um Apollon zu besänftigen, ließ sich der Rabe eine Ausrede einfallen: An der Quelle fand er eine Wasserschlange, die er zunächst tötete und dann verleumdete, indem er behauptete, dass diese ihm tagelang den Zugang zum Wasser versperrt hätte. Apollon jedoch erkannte die Unwahrhaftigkeit und setzte erzürnt die drei Beteiligten zur Warnung für alle Lügner in den Himmel.

In einer anderen Erzählung handelt es sich um den Becher, aus dem der König Demophon aus Elaios das Blut seiner eigenen Tochter trank. Dieser ließ in seinem Königreich jedes Jahr eine Adelstochter opfern, um Seuchen zu vermeiden. Seine eigenen Nachkommen befanden sich allerdings nie unter den Losen der Opfer. Als der adlige Matusios den König aufforderte, auch seine Tochter dem Schicksal zu stellen, fiel die Wahl des Königs auf dessen Tochter. Rachsüchtig tötete Matusios daraufhin die Prinzessin und setzte dem Vater einen Wein vor, in dem sich das Blut seiner ermordeten Tochter befand. Der König ließ Matusios schließlich hinrichten und setzte den Becher zur Warnung aller in den Himmel.

Visualisierung

Mit einer Fläche von 282 Quadratgrad befindet sich das Sternbild des Bechers in der Nähe des Raben und der Hydra. Es befindet sich am Südhimmel und ist ebenso wie der Rabe am Besten zwischen März und Mai zu beobachten.