Sternbild Widder

Steckbrief

Lateinischer Name
Aries
Hemisphäre
Nördliche Hemisphäre
Sichtbarkeit
September - November
Fläche
441 deg²
Hellster Stern
Hamal (HIP Nummer 9884)
Besonderheit
Galaxien
Sternbild Widder

Die Sternkonstellation Widder (lat. Aries) war bereits in Babylonien, in Persien und auch im alten Ägypten bekannt. Über Griechenland kam es schließlich nach Rom, wo es den lateinischen Namen Aries erhielt.

Es ist ein kleines Sternbild mit einer markanten Struktur, durch diese es leicht erkannt werden kann. Zusätzlich ist es der Ursprung des astrologischen Tierkreiszeichens Widder, welchem heute eine große Bedeutung zugeteilt wird.

Hemisphäre, Sichtbarkeit und Fläche

Der Widder liegt am nördlichen Nachthimmel und ist von Mitteleuropa in den Herbstmonaten gut zu beobachten.

Das Sternbild liegt auf der Ekliptik, also der scheinbaren Laufbahn der Sonne. Das bedeutet, dass die Sonne jedes Jahr im gleichen Zeitraum durch das Sternbild zieht. Dieser Zeitraum ist in der heutigen Zeit vom 19. April bis zum 14. Mai. In dieser Zeit ist es nicht sichtbar, da es mit der Sonne auf- und abgeht.

Aus astrologischer Sicht wandert die Sonne zwischen dem 21. März und dem 20. April durch das Sternzeichen Widder. Da dieser Zeitraum bereits vor tausenden Jahren bestimmt wurde, trifft er heute nicht mehr zu. Denn aufgrund der Präzessionsbewegung der Erde, durchwandert die Sonne heute das Sternbild rund einen Monat später.

Mit circa 441 Quadratgrad ist der Widder eher kleines Sternbild. Im Vergleich zu allen anderen 88 Sternbildern liegt es mit seiner Größe auf Rang 39.

Und auch die Sterne sind nicht besonders auffällig. Lediglich zwei Sterne sind heller als 3 mag. Der hellste Stern im Widder ist Hamal (lat. α Arietis). Er hat eine scheinbare Helligkeit von 2,0 mag.

Um die Konstellation dennoch am Nachthimmel zu finden, gibt es zwei Möglichkeiten.

Da es sich um ein Sternbild auf der Ekliptik handelt, wandert auch der Mond regelmäßig durch den Widder. Es gibt Kalender, die vorhersagen, wann genau der Mond in einem bestimmten Monat durch den Widder zieht. Dies hilft, um in bestimmten Nächten das Sternbild am Nachthimmel zu entdecken.

Außerdem ist es sinnvoll sich an angrenzenden Sternbildern zu orientieren. Der Widder liegt eingebettet zwischen fünf anderen Konstellationen am Nachthimmel.

Im Westen und Osten grenzen auf der Ekliptik die Sternbilder Stier und Fische. Nördlich und südlich liegen die Konstellationen Dreieck, Walfisch und Perseus.

Besonderheiten im Sternbild

Im Widder liegen zwei Galaxien. Eine von ihnen ist die NGC 680. Sie liegt ungefähr 136 Millionen von der Milchstraße entfernt. Ihr Durchmesser beläuft sich auf circa 70.000 Lichtjahre.

Die andere Galaxie ist die NGC 772. Es handelt sich hierbei um eine Spiralgalaxie, die rund 114 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt liegt. Der Durchmesser bemisst sich auf ungefähr 240.000 Lichtjahre.

Geschichte und Mythologie

Den frühesten erkennbaren Bezug auf das Sternbild Widder als eigenständiges Sternbild gab es schon in den Jahren 1350 bis 1000 vor Christus. Auf mehreren Steinen hat man das Tierkreiszeichen des Widders finden können.

In der altägyptischen Astronomie wurde der Widder mit dem Gott Amon-Ra in Zusammenhang gebracht, der als ein Mann mit einem Widderkopf dargestellt wurde. Dieses Symbol vertrat die Eigenschaften Fruchtbarkeit und Kreativität. Weil es damals vor allem in der Frühlingszeit zu erkennen war, wurde es oft als Indikator für die jährliche Wiedergeburt der Sonne identifiziert. In dieser Zeit waren die Priester besonders bemüht die Statuen ihres Gottes Amon-Ra zu huldigen.

Laut einer griechischen Mythologie bestimmte der König Athamas seinen ältesten Sohn Phrixos als seinen Thronnachfolger. Die aktuelle Frau des Königs und Stiefmutter von Phrixos wollte allerdings ihren eigenen Sohn an dessen Stelle sehen.

Deswegen griff sie zu einer List: Sie ließ die Saat für das nächste Jahr verderben und verursachte somit eine Missernte. Ein manipuliertes Orakel besagte dem König, dass eine weitere Missernte nur vermieden werden könnte, wenn er seinen Sohn Phrixos opfere.

Unglücklich wollte er dem Orakel Folge leisten, als im Moment der Hinrichtung ein Widder mit goldenem Fell hervorsprang und Phrixos rettete. Auf die Bitte des Widders hin, selbst anstelle des Königssohns geopfert zu werden, konnte eine Hungersnot abgewendet werden.

Zum Dank der Heldentat des Widders wurde er in den Himmel gesetzt.