Sternbild Cygnus

 

Zusammen mit den Sternbildern Leier und Adler bildet der Schwan (lat. Cygnus) das sogenannte Sommerdreieck, eine Verbindung der jeweils hellsten Sterne (Wega, Altair und Deneb) der drei markantesten Sternbilder des Sommer- und Herbsthimmels. Mit einer Fläche von 804 Quadratgrad erstreckt sich der Schwan in der nördlichen Hemisphäre. Aufgrund seiner Erscheinung wird er auch oft als „Nördliches Kreuz“, also als Gegenstück zum Kreuz des Südens, bezeichnet. Er ist eines der 48 Sternbilder der Antike.

Mythologie

Der mystische Vogel am Nachthimmel veranlasste zu vielen verschiedenen Versionen über den Ursprung des Sternbildes.

In der bekanntesten Erzählung handelt es sich bei dem Schwan um Zeus, der in der Gestalt des schönen und sanften Tieres jungen Frauen nachstellte. So verführte er zum einen die nichts ahnende Nemesis, die den angeblich gejagten Schwan aufnahm und pflegte. Als sie neun Monate nach diesem Vorfall ein weißes Ei zur Welt brachte, versteckte sie es beschämt im Wald. Dort fand es ein Schäfer, der das Ei zu Leda brachte, der Königin von Sparta. Diese ließ es ausbrüten und nach einiger Zeit schlüpfte Helena, die zum Inbegriff der Schönheit im Altertum wurde und zum Auslöser des trojanischen Krieges.

Auch die spartanische Königin Leda selbst verführte er in der Gestalt eines Schwanes in der Hochzeitsnacht mit dem König Tyndareos, sodass die Brüder Castor und Pollux gezeugt wurden.

In einer anderen Version geht es um Cygnus, einen Freund des Sohnes des Sonnengottes Helios. Als dieser brennend in den Eridanus stürzte schwamm er entsetzt hinaus und suchte unermüdlich nach seinem Freund. Zeus rührte dies so sehr, dass er ihn in einen Schwan verwandelte und als Vorbild für Treue und Freundschaft in den Himmel setzte.

Visualisierung

Das Sternbild stellt einen fliegenden Schwan mit ausgebreiteten Flügeln dar. Der hellste Stern, Deneb, symbolisiert hierbei die Schwanzfedern. Das Sternbild befindet sich südlich von Kepheus und dem Drachen, westlich der Eidechse, nördlich des Fuchses und östlich der Leier. Durch den Schwan zieht sich das helle Band der Milchstraße, weswegen hier viele besondere Sterne und neblige Objekte zu sehen sind.