Sternbild Sagitta

 

Das Sternbild Pfeil (lat. Sagitta) ist mit 80 Quadratgrad das drittkleinste am Sternenhimmel. Es liegt in der sternreichsten Gegend der Milchstraße und enthält den Kugelsternhaufen M71. Schon in der antiken Astronomie wurde in dem Sternbild ein Pfeil erkannt.

Mythologie

Zum mythologischen Ursprung des Pfeils als Sternbild existieren mehrere Versionen.

Zum einen heißt es, dass das Sternbild den Pfeil repräsentiert, der den Arzt Asklepios erlegte. Der Zentaur Cheiron hatte den Sohn des Apollon zu einem hervorragenden Arzt ausgebildet. Durch Studien an einer Schlange entdeckte er ein Mittel, mit dem er Tote wieder zum Leben erwecken konnte. Dies missfiel dem Gott der Unterwelt, Hades, weswegen dieser seinen Bruder Zeus darum bat, das Leben von Asklepios zu beenden. Zeus gewährte Hades diesen Wunsch und ließ den Arzt durch einen Pfeil eines anderen Zentauren töten. Um Apollo zu beschwichtigen, setzte er Asklepios als Schlangenträger zusammen mit der Schlange in den Himmel.

Eine spätere Version wird mit Herkules in Verbindung gebracht. Prometheus, der für die Überbringung des Feuers an die Menschen von den Göttern bestraft und an einen Felsen gekettet wurde, litt höllische Schmerzen: Jeden Tag kam ein Adler und fraß von seiner Leber. Wegen seiner Unsterblichkeit konnte Prometheus den Qualen nicht entgehen, bis Herkules den Adler mit einem Pfeil niederstreckte und Prometheus befreite.

In der römischen Antike wurde der Pfeil später als der Liebespfeil von Amor interpretiert, der die Leidenschaft Zeus‘ zum jungen Wassermann Ganymed entflammte.

Visualisierung

Der Pfeil ist ein Sternbild des Nordhimmels und im Sommer zu sehen. Es besteht aus vier Sternen dritter und vierter Größenklasse, die in eindeutiger Form eines Pfeils angeordnet sind. Der hellste Stern, γ Sagittae, bildet hierbei die Spitze. Im Norden grenzt es an das Sternbild Fuchs, im Osten an den Delfin, im Süden an den Adler und im Westen an Herkules.