Sternbild Hercules

 

Das Sommersternbild Herkules ist benannt nach dem allseits berühmten mythologischen Helden Herakles, dessen Name „Ruhm der Hera“ bedeutete. Die Römer gaben ihm später den Namen Herkules. Mit 1.225 Quadratgrad ist es das fünftgrößte Sternbild am Nachthimmel, trotzdem ist es nicht besonders auffällig, da nur drei seiner Sterne heller als die Größenklasse 3 sind.

Geschichte

Ptolemäus erwähnte das Sternbild Herkules bereits in der Antike. Den Beinamen „Engonasin“ („der Kniende“) verdankt Herkules der Mythologie, dass er sich einst nach einem Kampf mit einem Drachen kniend und blutend über diesen gebeugt haben soll. Er ist allerdings nicht die einzige mythische Gestalt, mit dem das Sternbild in Verbindung gebracht wurde. Auch Prometheus, Orpheus oder Theseus wurden darin erkannt, schließlich setzte sich die Symbolisierung des Herkules jedoch durch.

Mythologie

Der Mythos des Herakles, Sohn des Zeus und der klugen Alkmene, ist sehr facettenreich und tragisch. Hera war wieder einmal verbittert über die Untreue ihres Ehemannes und versuchte das unschuldige Baby zu töten, indem sie ihm zwei Giftschlangen in die Wiege legte. Dank der grenzenlosen Stärke schaffte der Säugling es jedoch, seine Feinde zu erwürgen. Um seinen Lieblingssohn zu beschützen, wollte Zeus ihm die Unsterblichkeit verschaffen. So schaffte er es, Hera das Baby während einer Mittagsruhe an die Brust zu legen – dank der göttlichen Milch wurde Herakles unsterblich. Somit wuchs er unter dem Hass seiner Stiefmutter auf, die sich selbst den Schwur leistete, ihm das Leben unerträglich zu machen. Herakles tötete unter Heras Wahnsinn seine eigenen Kinder. Als Hera den Wahnsinn wieder von ihm nahm, und Herakles sich seiner Tat bewusst wurde, suchte er das Orakel in Delphi auf, um sich von seiner Schuld zu befreien. Dieses erlegte ihm 12 Jahre Dienst des Königs Eurysteus auf. Eurysteus, ein enger Freund der Hera, gab daraufhin Herakles die bekannten 12 scheinbar unlösbaren Aufgaben, darunter das Erlegen des Löwen von Nemea und der Hydra von Lerna. Zur Verblüffung aller Feinde und Bekannten schaffte es Herakles, die Taten zu vollbringen. Nach der Ablaufzeit seines Dienstes kehrte er wehmütig zu seiner Frau zurück, die ihm den Mord an ihren Kindern dennoch nicht verzeihen konnte. So wanderte Herakles einsam durch die Welt und vollbrachte weiterhin Heldentaten, bis er sich schließlich in die junge Deianea verliebte und diese heiratete. Auf einer Reise trafen sie auf den Zentauren Nessos, der versuchte, sich an der schönen Frau des Herakles zu vergehen. Nachdem Herakles diesen mit einem von dem Blut der Hydra vergifteten Pfeil tötete, belog Nessos die unschuldige Deianea: Er behauptete, dass sein Blut als Liebestrank wirken würde, sobald sie eines Tages Zweifel an der Zuneigung ihres Ehemannes haben sollte. Sie folgte seinem Rat, hob etwas Blut auf und gab es einige Monate später ihrem Mann zu trinken, der daraufhin wegen des vergifteten Blutes höllische Schmerzen erlitt. Als er es schließlich nicht mehr ertragen konnte, verbrannte sich Herakles selbst bei lebendigem Leibe. Zeus nahm seine Seele in Trauer auf und setzte ihn in den Himmel.

Visualisierung

Das Sternbild kann in den Breiten zwischen 90° und –50° Grad gesehen werden. Am besten sichtbar ist es im Laufe des Monats Juli. Es wird im Norden vom Sternbild Drache, im Osten von der Sternbildern Pfeil und Adler und im Süden von dem Kopf der Schlange begrenzt. Im Sternbild sind nicht nur Doppelsterne, sondern auch zwei der hellsten Kugelsternhaufen zu erkennen.