Sternbild Ursa Major

 

Der große Bär (lat. Ursa Major) ist wegen seines Teilsternbildes "Großer Wagen", eines sogenannten Asterismus, ein sehr bekanntes Sternbild. Es ist während des ganzen Jahres am Nordhimmel sichtbar, am besten aber während des Aprils.

Geschichte

Der große Bär ist eines der ältesten und bekanntesten Sternbilder am Himmel und gelangte durch die Assoziation mit dem Lebewesen in viele Kulturkreise. Das Sternbild wurde von dem griechischen Astronomen Ptolemäus als eines von 48 Sternenbildern im zweiten Jahrhundert aufgeführt. Bereits im alten Ägypten war das Sternbild unter einem anderen Namen als „Schenkel des Seth“, einer ägyptischen Gottheit, bekannt. Weitere Quellen, in denen das Sternbild auftaucht, ist das alte Testament (Hiob 9,9 und 38, 32) oder die Aristotelsche „Metaphysik“, in der Aristoteles zu den klassischen sieben Sternen noch fünf weitere hinzufügte, um das Sternbild zu beschreiben. Bei Kaiser Augustus soll einer Legende nach das Sternbild anhand von zahlreichen Muttermalen auf Bauch und Brust abgebildet gewesen sein. Auch in der Literatur und Kunst fand der Große Bär große Resonanz. So wurden neben anderen Homer, Shakespeare oder Künstler wie Vincent van Gogh von dem Sternbild inspiriert.

Mythologie

Die klassische griechische Mythologie nennt unterschiedliche Ursprünge zum Sternbild des großen Bären. In einer Variante verliebte sich Zeus in die Nymphe Kallisto, die zur Artemis gehörte, und zeugte mit ihr den gemeinsamen Sohn Arkas. Von Eifersucht getrieben verwandelte Hera die Geliebte ihres Ehemannes in einen Bären verwandelte und verbannte diesen in die Wälder. Jahre später traf Arkas während einer Jagd auf seine Mutter, die immer noch im Körper des Bären steckte, ohne sie zu erkennen. Hier schritt Zeus höchstpersönlich ein, um einen möglichen Mord an Kallisto zu verhindern und versetzte beide in den Himmel, als Großer Bär (Kallisto) und als Kleiner Bär (Arkas). Eine andere Quelle besagt, dass Zeus seinen Sohn Arkas ebenfalls in einen Bären verwandelte und beide Bären gen Himmel schleuderte, so dass die charakteristischen langen Schwänze entstanden. Da Hera auch in dieser Version von Eifersucht getrieben war, bat sie die Meeresgötter Tethis und Okeanos um Hilfe, den beiden Bären ein Bad in den Gewässern zu verweigern. Schaut man aus Griechenland zu diesem Sternbild empor, scheint es, als würden der große und der kleine Bär ewig am Himmelspol kreisen und nie in Richtung der Gewässer sinken.

Visualisierung

In europäischen Sternkarten wurde die Konstellation mit dem „Quadrat“ des großen Wagens visualisiert, der den Körper des Bären bildet und die Kette von Sternen den langen Schwanz zeigt. Das Sternbild Großer Bär nimmt eine Fläche von 1.280 Quadratgrad ein und enthält neun Sterne mit bekannten Planeten. Es kann in Breiten zwischen +90° und –30° gesehen werden. Am besten sichtbar ist es um 21.00 Uhr im Laufe des Monats April. Die drei hellsten Sterne im Großen Bären sind Epsilon, Alpha und Eta Ursae Majoris.