Sternbild Auriga

 

Das Sternbild des Fuhrmanns erstreckt sich über eine Fläche von 657 Quadratgrad am Nordhimmel. Sein Hauptstern Capella ist mit 0.1 mag der dritthellste Stern in der nördlichen Hemisphäre. Der lateinische Name „Auriga“ beschreibt den Wagenlenker des antiken Rennwagens Quadriga.

Geschichte

Schon bei den Babyloniern war das Sternbild als „Rukubi“, „Wagen“ bekannt. Später wurde es von Ptolemäus in seine Beschreibung der 48 Sternbilder der Antike aufgenommen. Damals war es noch größer als heutzutage, da die Astronomen vor der Erfindung des Teleskopes die Sternbilder Giraffe und Luchs noch nicht erkennen konnten und einige der Sterne zum Fuhrmann zählten.

Mythologie

Zum mythologischen Ursprung des Sternbildes gibt es verschiedene Erzählungen.

Die Römer erkannten in dem Sternbild Erichthonios, den gelähmten Sohn des Gottes Vulkan. Die Göttin Minerva brachte ihm bereits in jungen Jahres den Umgang mit Pferden bei, sodass er schnell zu einem hervorragenden Rennfahrer wurde und für seine Erfolge schließlich in den Himmel gesetzt wurde.

In Griechenland hingegen handelte es sich um Myrtilos, den Verantwortlichen des Renngespanns des Königs Oinomaos. Dieser lieferte sich mit jedem Mann, der seine Tochter Hippodameia heiraten wollte, ein Rennen. Verlor dieser, wurde er vor den Augen aller geköpft. Da Oinomaos dank Myrtilos den schnellsten Wagen des gesamten Reiches fuhr, verlor Hippodameia die Hoffnung eines Tages heiraten zu können. Nach einigen Jahren traf sie jedoch auf den schönen Pelops, verliebte sich unsterblich in ihn und beschloss, das Rennen mit der Hilfe von Myrtilos zu manipulieren. Wissend, dass Myrtilos in sie verliebt war, versprach sie ihm die Hochzeitsnacht, wenn er ihr helfen würde. Er ging freudig auf den Handel ein, lockerte die Schrauben des Rennwagens des Königs und so nahm das Unheil seinen Lauf: Oinomaos verunglückte tödlich und Pelops lockte Myrtilos auf einen Felsen, um ihn hinunterzustürzen und ertrinken zu lassen.

Visualisierung

Das Sternbild Fuhrmann liegt östlich direkt am Stier. Mit β Tauri bilden die Sterne des Fuhrmanns ein fast gleichmäßiges Sechseck. Im Norden wird es von der Giraffe, im Süden von den Zwillingen und im Westen vom Luchs begrenzt. Am besten lässt es sich im Winter beobachten.