Sternbild Delphinus

 

Der Delfin (lat. Delphinus) ist ein kleines Sternbild des Nordhimmels. Es gehört zu den von Ptolemäus beschriebenen 48 Sternbildern der Antike. Die hellsten Sterne des Delfins heißen Sualocin und Rotanev und ergeben, wenn man sie rückwärts liest, den Namen „Nicolaus Venator“. Dies ist die lateinische Form des Namens des italienischen Astronomens Niccolò Cacciatore, der die Namen 1814 in den Sternenkatalog einführte und somit der einzige am Himmel verewigte Astronom ist.

Mythologie

Es gibt zwei verschiedene Versionen zum mythologischen Ursprung des Delfins.

Eine erzählt von Poseidon, der sich in die junge Amphitrite verliebte. Da diese allerdings kein Interesse an ihm pflegte, floh sie zu ihren Schwestern. Poseidon sandte mehrere Boten aus, die für ihn sprechen sollten. Einer von ihnen war ein Delfin, der das Vertrauen der Amphitrite durch seinen Charme gewinnen und sie zur Hochzeit mit Poseidon überreden konnte. Aus Dankbarkeit setzte der Wassergott den Delfin in den Sternenhimmel.

Die zweite Erzählung handelt von dem berühmten Musiker Arion. Dieser reiste um die ganze Welt, um Konzerte zu geben und trug deshalb eine Menge Geld mit sich. Als die Matrosen seines Schiffes dies herausfanden, wollten sie ihn ausrauben und über Bord werfen. Sie gestatteten ihm jedoch seinen Wunsch, noch ein letztes Lied vor seinem vermeintlichen Tod singen zu dürfen. Danach stießen sie ihn über die Rüstung. Durch seinen Gesang hatte Arion jedoch Delfine angelockt, die ihn sicher an Land brachten. Dort konnte er die Matrosen anzeigen und Gerechtigkeit schaffen. Zur Erinnerung an dieses Ereignis wurden die Delfine in den Himmel gesetzt.

Visualisierung

Das 189 Quadratgrad große Sternbild ist am besten im Herbst zu betrachten. Der Körper wird durch eine Raute dargestellt, aus der die Schwanzflosse hervorgeht. Der Delfin befindet sich nordwestlich das hellen Sterns Altair im Sternbild des Adlers. Die Sternbilder Fuchs, Wassermann und Pfeil befinden sich ebenfalls in seiner Nähe.