Was ist überhaupt ein Stern?

 

Der Anblick eines Sternenhimmels ist immer ein faszinierendes Erlebnis. In einer sternenklaren Nacht kann man Abermillionen von Sternen sehen. Aber was ist das eigentlich, was wir dort sehen? Diese Frage haben sich Menschen zu allen Zeiten gestellt, wenn sie den Himmel beobachtet haben. Aber erst seit ungefähr 100 Jahren ist erforscht, dass Sterne, zu denen auch die Sonne zählt, Gaskugeln sind.

Die Entstehung eines Sterns

Ein Stern besteht zum größten Teil aus Helium- und Wasserstoffatomen, die sich gegenseitig anziehen. In der Mitte dieser Kugel entsteht durch die Schwerkraft ein starker Druck, durch den die Atome immer dichter zusammenrücken. Durch diese Bewegungen bildet sich langsam eine Kugelform. Die permanente Rotation veranlasst immer wieder Zusammenstöße, bei denen Atome verschmelzen und neue Atome bilden. Diesen Vorgang nennt man Kernfusion, ein Zusammenprallen und Verschmelzen von Atomen, die im Inneren der Gaskugel eine enorme Wärme entstehen lassen. Es wirken hier zwei Kräfte: Zum einen zieht sich die Kugel wegen ihres Gewichts durch den Druck der Schwerkraft immer weiter zusammen, zum anderen richtet sich der Strahlungsdruck nach außen. Mit der Zeit wird ein Kräftegleichgewicht erreicht und der Stern schrumpft nicht weiter. Sterne entstehen demnach aus interstellaren Molekülwolken mit großen Mengen Wasserstoff, die viele Lichtjahre groß sein können.

Wenn sich immer wieder Atome neu verbinden, entstehen neue Sternensysteme. Beim Rotieren und Zusammenziehen entsteht eine Staubscheibe außen um den Stern. In dieser bilden sich größere Staubansammlungen, aus denen später die Planeten entstehen. Wenn der Druck groß genug ist, zündet der Stern und der dadurch entstehende Sternenwind bläst die restliche Staubschicht weg, aus der sich noch keine Planeten gebildet haben, und es entstehen neue Sternensysteme.

Die Arten von Sternen

Die meisten Sterne sind eigentlich Doppel- oder Mehrfachsterne. Lange dachte man, dass in Mehrfachsternensystemen keine Planeten vorhanden sein können, aber diese Annahme wurde durch die Entdeckung von Exoplaneten in vielen Sternsystemen widerlegt. Berechnungen haben gezeigt, dass die Existenz von Planeten in derartigen Sternsystemen ohne Probleme möglich ist. Sterne unterscheiden sich nach ihren Temperaturen und Farben. Heißere Sterne sind blau und weiß, kühlere haben eher ein blasses Orange. Die Astrophysiker klassifizieren Sterne nach Spektralklassen (0 - blau, B - blau-weiß, A - weiß, F - weiß-gelb, G - gelb, K - orange, M - rot, L - dunkelrot, T - ausschließlich Infrarotstrahlung). Sterne, die stärker leuchten, sind entweder größer oder liegen nicht so weit von der Erde entfernt. Die Leuchtkraft eines Sterns wird in einem Helligkeitswert (Magnitude) gemessen. Sterne mit einer niedrigen Magnitude leuchten heller als Sterne mit einer höheren. Bei einer Magnitude über 6 kann man sie nicht mehr mit bloßem Auge erkennen, nur noch über eine Sternwarte. Bei guten Sichtverhältnissen lassen sich mit bloßem Auge ungefähr 5500 Sterne erkennen. Allein in unserer Galaxie gibt es fast 400 Mrd. Sterne und sie ist nur eine unter vielen.

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