Schwarzes Loch

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Was passiert in einem schwarzen Loch?

Schwarze Löcher sind aufgrund ihrer Komplexität nicht nur für die Astronomie besonders interessant. Durch indirekte Verfahren können die Beobachter die schwarze Masse in der Dunkelheit erkennen und vermessen. In diesem Artikel wird vereinfacht erklärt, was eigentlich passieren würde, wenn eine Person in ein Schwarzes Loch gezogen werden würde.

Was ist ein Schwarzes Loch?

Das Schwarze Loch ist eine dichte Masse, die eine so starke Gravitation erzeugt, dass nicht einmal das Licht entkommen kann. Die drei Grundkräfte der Physik können dieser ebenfalls nicht entgegenwirken, weswegen die gesamte Masse in sich zusammenstürzt und im Zentrum des Schwarzen Lochs eine physikalische Singularität bildet. Laut der allgemeinen Relativitätstheorie werden auch Raum und Zeit stark verformt. Der Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs ist die Grenze, nach der keine Information oder Materie mehr dem Sog entfliehen kann.

Was passiert, wenn eine Person in ein Schwarzes Loch fällt?

Eine Person, die sich dem Schwarzen Loch nähert, tut dies zunächst mit einer normalen Geschwindigkeit. Ein äußerer Beobachter würde jedoch nach einer gewissen Zeit behaupten, dass sich die Person sich verlangsamt, zum Stillstand kommt und schließlich plötzlich verschwindet, je näher sie dem Ereignishorizont des Schwarzen Lochs gelangt. Dies liegt an der Veränderung der Raumzeit, endliche Zeitintervalle werden ins Unendliche gezogen.

Die sich annähernde Person erlebt zwei Realitäten gleichzeitig. Sind zum Beispiel die Füße dem Schwarzen Loch näher als der Kopf, werden diese mit einer höheren Gravitation angezogen als der Rest des Körpers. Je näher ein Teilchen dem Zentrum des Schwarzen Lochs ist, desto schneller wird die Gravitation immer stärker. Es kommt also zur Spaghettisierung: Die Füße gelangen immer schneller ins Zentrum, während der Kopf noch nicht so stark angezogen wird und deswegen außerhalb verweilt. Der Körper wird in die Länge gezogen und gleichzeitig seitlich zusammengedrückt. Da das Blut nicht mehr aus den Füßen heraus in Richtung Herz gepumpt werden kann, wird die Person ohnmächtig. Schließlich brechen alle Knochen und die Dehnung setzt sich fort. Die andere Realität ist, dass die Person in der Nähe des Ereignishorizontes verbrennt.

Von außen betrachtet werden sich nähernde Objekte immer dunkler. Im Inneren des Schwarzen Lochs ist es allerdings genau umgekehrt: Das Licht wird immer heller und blauer. Auf dem Weg zum Ereignishorizont könnte die Person erkennen, wie sich die Raumzeit um sie herum krümmt.

Wann fällt die Erde in ein Schwarzes Loch?

Die Menschheit wird es wahrscheinlich nicht mehr erleben, dass die Erde in ein Schwarzes Loch gerät. Wie die Sterne, die nicht einmal mehr von hier aus gesehen werden können, sind diese Himmelsobjekte einfach zu weit entfernt.

Demnach sind auch die sichtbaren Sterne, die ihr hier taufen könnt, ein Leben lang von dem ominösen Schicksal verschont. Eure Sterntaufe wird also nicht von einem Schwarzen Loch zerrissen.

German (Austria)
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