Rhythmen des Mondes

 

Wenn man über die Rhythmen des Mondes nachdenkt, kommen als erstes die Begriffe „ab- und zunehmender Mond“, „Vollmond“ und „Neumond“ in den Sinn. In Wirklichkeit handelt es sich allerdings um fünf verschiedene Rhythmen, die der Mond durchläuft. In diesem Artikel werden sie erklärt.

Der synodische Mond

Bei dem synodischen Mond handelt es sich tatsächlich um die Mondphasen. Eine synodische Periode ist die Zeit, die der Mond benötigt, um den gleichen von der Erde aus betrachteten Winkelabstand zur Sonne zu erreichen – in einfachen Worten ausgedrückt ist es die Zeitspanne von einem Neumond zum nächsten Neumond. Im Schnitt sind es 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2 Sekunden.

Der siderische Mond

Eine siderische Periode ist die Zeit, die der Mond für eine vollständige Umrundung der Erde benötigt. Im Gegensatz zur Erscheinung des Mondes ist hier die Position des Mondes im Vordergrund. Festgestellt wird diese anhand der Fixsterne des Himmels. Im Durchschnitt beträgt die Zeitspanne 27 Tagen, 7 Stunden, 43 Minuten und 11 Sekunden. Die unterschiedlichen Zeiten ergeben sich dadurch, dass die Erde sich um die Sonne wandert, was den Mond zwingt, sich noch mehr zu bewegen.

Der tropische Mond

Als tropischer Rhythmus wird das Auf- und Absteigen des Mondes bezeichnet. Oft werden die Begriffe mit dem zu- und abnehmenden Mond verwechselt. Es handelt sich jedoch um die Höhe des Mondes am Himmel, also den Winkel zum Horizont. Das bedeutet, dass der Mond zum Beispiel gleichzeitig zunehmen, aber absteigen kann. Die sichtbare Fläche wird größer, während der scheinbare Abstand zum Horizont geringer wird.

Der drakonische Mond

Der drakonische Mond bezieht sich auf die Mondknoten bzw. Drachenpunkte; so werden die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptikebene bezeichnet. Die Ekliptik ist die angenommene Bahn, auf der sich die Sonne von der Erde aus betrachtet bewegt. Sie wird auch als Tierkreis identifiziert und wurde bereits in der Antike in 12 gleichgroße Abschnitte, die von den Sternzeichen besetzt sind, unterteilt.

Bei einem aufsteigenden Mondknoten (☊) wechselt der Mond von der südlichen auf die nördliche Seite der Ekliptik, beim absteigenden Mondknoten (☋) ist es anders herum. Der drakonische Monat beträgt die Zeitspanne von einem Durchgang durch den aufsteigenden Mondknoten zum nächsten.

Der anomalistische Mond

Hier steht die tatsächliche Entfernung des Mondes zur Erde im Vordergrund. Da die Umlaufbahn des Mondes der Erde mal näher und mal ferner ist, verändert sich die Distanz täglich. Der erdnächste Punkt wird als Perigäum definiert und der erdfernste als Apogäum. Im Durchschnitt vergehen in einer Periode, also von einem Perigäum bzw. Apogäum zum nächsten, 27 Tage, 13 Stunden, 18 Minuten und 33 Sekunden.